AUS DEM NETZ GEBUDDELT

LABOR-BEAGLE ERLEBEN 1. TAG IN FREIHEIT

4 Jun 2016
Laborbeagle Collage

Quelle: Screenshots Youtube

Es gibt wirklich schlimme Schicksale und die Bilder der zahlreichen Straßenhunde in Süd- und Osteuropa schocken immer wieder mit Berichten in den sozialen Netzwerken. Die oft ungewollten Tiere, fristen ein tristes Dasein, weil sie keiner braucht. Viele Hilfsorganisationen versuchen zwar die Tiere so gut es geht vor Ort zu versorgen, aber letztendlich scheint oftmals der letzte Weg die Vermittlung ins west- bzw. nordeuropäische Ausland zu sein.

Ich habe mir schon oft über die vielen Auslandsadoptionen Gedanken gemacht und denke, dass ich darüber noch mal in einem gesonderten Beitrag schreiben werde, weil es ein sehr komplexes Thema ist. Eine Sache, die meiner Meinung nach durch den Import leidender Tiere, in den Hintergrund gerät ist, dass es auch bei uns Tiere gibt die schlimme Dinge durchleben und am Ende einfach „aussortiert“ werden. So ist es in Europa, als auch in Nordamerika und in anderen Industrienationen noch immer völlig normal, Tierversuche an höher entwickelten Wirbeltieren durchzuführen. Und nein; Kosmetik und Medikamente werden nicht nur an Ratten und Mäusen getestet, sondern auch an Hunden und Primaten. Dabei ist es natürlich ein ethisches Problem, da vor allem die Forschung in der Medizin, von der Mehrheit der Öffentlichkeit akzeptiert ist. Und bevor Tests an Menschen durchgeführt werden, wird ein Großteil der Medikamente, aber auch der medizinischen Verfahren an Tieren durchgeführt.

So werden auch in den USA, aber auch hier in Deutschland, z.B. an der Uni Rostock, oftmals Beagle in den Laboren gehalten. Diese Rasse, die auf Grund ihrer Engelsgeduld inzwischen vermehrt als Familienhund gehalten wird, gilt als besonders geeignet für Laborversuche. Sie lassen fast alles ohne Proteste über sich ergehen und können als Meutehunde gut mit mehreren zusammen gehalten werden.

Ihr Leben fristen sie, wenn sie Glück haben, mit ihren Wurfgeschwistern in einem Zwinger und haben den einzigen menschlichen Kontakt zu den Forschern und Labormitarbeitern. Dies beinhaltet jedoch zumeist keine Kuschel- oder Spieleinheiten, sondern nur die Grundversorgung. Dadurch sind die meisten weder stubenrein, noch sind sie mit vielen Umweltreizen vertraut.

Wenn sie Pech haben, leben sie eingepfercht in Einzelkäfigen und erfahren, bis sie „aussortiert“ werden, keinerlei Sozialkontakte zu Artgenossen, so wie die süßen Kerlchen im folgenden Video. Mit diesem Hintergrund haben mich die Bilder wirklich zu Tränen gerührt.

Diese Tiere erleben zum ersten Mal, wie es ist über Gras zu laufen und mit anderen Hunden zu spielen bzw. ohne Käfige in Kontakt zu treten. Was für uns und unsere Vierbeiner ganz normal ist, ist für sie und ihre Retter vom Beagle Freedom Projekt das pure Glück. Das macht mich wirklich demütig und vor allem traurig, da solche Schicksale auch bei uns im Land „produziert“ werden und nicht nur weit weg im Ausland.

„Alles was der Hund sieht, riecht, hört und erlebt, wenn er in der neuen Familie ankommt, erlebt er zum ersten mal.“ (www.laborbeagle.eu)

Neben der Aufmerksamkeit, die auch andere Organisationen wie die Laborbeagle Hilfe in Deutschland verdient haben, wollte ich diesen Artikel auch schreiben, weil Molly, eine von Tinos liebsten Spielgefährtinnen hier im Viertel, so ein Beagle ist und aus dem Labor der Uni Rostock (also quasi eine Autostunde entfernt von uns) „entsorgt“ und dann vermittelt wurde. Sie ist wirklich ein ganz toller Hund, der „zum Glück“ nur für medizinische Zwecke gehalten wurde und einmal Knochenmark spenden musste.

Molly & Tino <3

Molly & Tino ♥

Den Rest der Zeit durfte sie mit ihren Geschwistern, die genau wie sie ausschließlich zu diesem Zweck gezüchtet wurden, in einem gekachelten Zwinger verbringen. Im Netz findet man dazu (natürlich) keine offiziellen Angaben, woher die Labore die Tiere beziehen. Aber ein Indiz für Züchter, die auch an Labore verkaufen ist es, dass zumeist die etwas kleineren „Pocket Beagle“ gehalten werden, diese aber nur selten „regulär“ angeboten werden. Aber es werden oftmals auch etwas langbeinigere und schlankere Tiere in den Laboren gehalten, zu denen auch Molly gehört. Sie ist für einen Beagle wirklich eine Gazelle. ♥

Mollys Frauchen erzählte dann noch, dass man auf den Schauen dieser Republik, bei denen immer schwerfälligere und „lang-lefzigere“ Hunde gerichtet werden, mit so einem Hund sicherlich nichts gewinnen würde. Dafür bekommt man aber einen tollen und zumeist gut sozialisierten Gefährten an die Seite.

Wer mehr zu dem Thema lesen möchte, oder sogar an die Adoption eines Labor-Beagles denkt, kann sich auf folgenden Seiten weiter dazu informieren:

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